Hospitalwohngruppe - Jugendliche Flüchtlinge

Wichtiges Engagement in der Flüchtlingshilfe

Stiftung Hospital beherbergt und betreut neun jugendliche Flüchtlinge

Die Stiftung Hospital hat seit dem 7.4.2014 ein neues Betätigungsfeld. Auf Bitten des Regionalverbandes Saarbrücken beherbergt und betreut sie seit diesem Zeitpunkt acht junge Flüchtlinge aus Afghanistan und einen Jugendlichen aus Eritrea. Es handelt sich dabei um junge Männer im Alter von 14 bis 18 Jahren, die ohne Eltern und Verwandte, völlig mittellos und aus Angst vor Vergeltung und Missbrauch geflüchtet sind und im Saarland „vor der Tür„ standen.

Dirk Schmitt, Verwaltungsleiter der Stiftung Hospital, stellt sich mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gerne dieser Herausforderung. Er weist darauf hin, dass man sich im Rahmen der Betreuung von Menschen auf ein völlig neues Betätigungsfeld gewagt habe. Aufgaben wie das Lernen der deutschen Sprache, der Umgang mit Traumatisierung und die Beseitigung gesundheitlicher Probleme waren zu lösen und ein behutsames Einleben in eine völlig andere Kultur- und Religionsgesellschaft in  St. Wendel zu organisieren. Aus diesem Grunde tat sich das Kuratorium der Stiftung Hospital bei der Entscheidung zur Aufnahme der Flüchtlinge nicht leicht und hatte dabei insbesondere das Leistungsvermögen und sowie die  Belastbarkeit der Mitarbeiter im Blick. Es sei der Stiftung jedoch auch wichtig gewesen, die jungen Menschen nicht „im Regen“ stehen zu lassen. Heute sei man, so Schmitt, ein gutes Stück weiter, und die täglichen Herausforderungen würden gemeistert. Dafür danke er seinen in diesem Projekt engagierten Mitarbeitern.

Die in der Stiftung Hospital betreuten jungen Männer haben einen langen Fluchtweg aus ihrer früheren Heimat hinter sich. Einige von ihnen waren bis zu zwei Jahren über verschiedene Länder hinweg unterwegs und haben Entbehrungen, Inhaftierung, Unterbringung in Verstecken und Lebensbedrohung erlebt. Sie haben aber auch helfende Hände und manchmal freundliche Aufnahme erfahren. Von ihren Familien sind sie alle getrennt, und der Verbleib von Eltern und Geschwistern ist den meisten Jugendlichen nicht bekannt. Einige wissen, dass sie keine Familie mehr haben.

Alle Jugendlichen wurden über das Jugendamt des Regionalverbandes Saarbrücken in Obhut genommen und verbrachten die ersten Wochen im „Clearinghaus“ in Völklingen. Dort wurden die rechtlichen Fragen zum Asyl geklärt, eine medizinische Versorgung eingeleitet und sofort über Sprachkurse erste Voraussetzungen für die Integration geschaffen.

Die jungen Menschen der Hospitalgruppe sind inzwischen seit einem Jahr in Deutschland. Sie gehen regelmäßig vormittags in den Schulunterricht, in dem sie auf eine schulische und berufliche Eingliederung vorbereitet werden. Die Betreuer sind immer wieder erstaunt, mit welch hoher Motivation die Jugendlichen die Sprache erlernen wollen und sich im Saarland orientieren. Sport ist ihnen besonders wichtig, und einige sind bereits Mitglieder in Sportvereinen vor Ort. Laut Dirk Schmitt gebe man den völlig allein stehenden jugendlichen Flüchtlingen Zeit, um sich in St. Wendel einzuleben und die Fluchterlebnisse hinter sich zu lassen. Perspektivisch wünschen sie sich mit einer Ausbildung und einer eigenen Wohnung eigenständig zu werden. Bis dahin sei es laut Schmitt noch ein langer Weg, auf dem sie die Stiftung Hospital mit Unterstützung der Bevölkerung und von Stadt- und Landkreis St. Wendel begleiten werden.

Unterstützung außerhalb der Stiftung benötige man ebenfalls dringend, so der Verwaltungsleiter weiter. Die jungen Flüchtlinge hätten keine Möglichkeit, zu irgendjemandem über das Wochenende  oder in den Ferien zu Besuch zu fahren. Daher organisieren sie gemeinsam mit ihren Betreuern Fahrten zu Ausflugszielen in der Umgebung, zu Sporteinrichtungen und Veranstaltungen aller Art. Ziel sei es darüber hinaus, dass die Jugendlichen Einrichtungen administrativer und kultureller Art kennen lernen. An Wochenenden sind häufig Ausflüge geplant.

Da in den Entgelten für diese besonderen Jugendhilfemaßnahmen keine zusätzlichen Mittel für solche Angebote vorhanden sind, bittet Dirk Schmitt die Bevölkerung und Firmen aus St. Wendel um finanzielle Unterstützung. Sein besonderer Dank gelte dabei der „Katholischen Frauengemeinschaft St. Anna, St. Wendel“, die 1.000 Euro für die genannten Maßnahmen gespendet hat.

Alles in allem sieht der Verwaltungsleiter der Stiftung Hospital, Dirk Schmitt, Arbeitskraft und Geld hier gut angelegt, da Flüchtlinge, die sich in die deutsche Gesellschaft integrieren und gute Perspektiven für sich sehen, wertvolle Mitglieder der Gesellschaft sind.