MWG Marienstraße

  

                                                            

                                       

Zielgruppe:

Aufgenommen werden Mädchen im Alter von 12 – 18 Jahren. Gründe für die Aufnahme sind:

  • konflikthafte familiäre Bedingungen
  • auffälliges Sozial- und Leistungsverhalten
  • (entwicklungsbedingte) emotionale und psychische Schwierigkeiten
     

Arbeitsschwerpunkte:

Die pädagogische Arbeit zielt - orientiert am individuellen Entwicklungsstand - auf eine altersgemäße Verselbständigung der Kinder und Jugendlichen ab. Sie sollen gemäß §1 KJHG unterstützt werden bei der Entwicklung einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit.
In der Wohngruppe sollen sich die Mädchen mit ihren Stärken und Schwächen auseinandersetzen können, ihre Bewältigungsstrategien verbessern und dadurch in die Lage versetzt werden, dysfunktionale (z.B. selbstschädigende) Verhaltensmuster abzulegen. Sie werden darin unterstützt, eigene Ziele zu entwickeln und Wege zu ihrer Verwirklichung zu finden.

Deshalb spielen im Gruppenalltag einerseits die Anregung zur Auseinandersetzung mit altersentsprechenden Entwicklungsaufgaben und die Unterstützung beim Erwerb der dazugehörenden praktischen Kompetenzen eine wichtige Rolle.
Mit den Mädchen werden ihre schulischen und beruflichen Perspektiven erarbeitet, und es werden praktische Hilfestellungen, z.B. begleitete Hausaufgabenzeiten, angeboten.
Die wöchentlichen Gruppengespräche bieten Gelegenheit, gemeinsame Angelegenheiten zu besprechen, Aktivitäten zu planen oder das Regelwerk der Gruppe zu reflektieren. So werden das Selbstbewusstsein und die Selbstwirksamkeitserwartung verbessert.

Andererseits wird in der Mädchenwohngruppe Wert darauf gelegt, eine haltgebende Atmosphäre zu schaffen. Es werden Gemeinschaftserlebnisse ermöglicht, z.B. durch die jährliche Sommerferienfreizeit und Ausflüge.
Zudem bietet die geschlechtsspezifische Ausrichtung der Wohngruppe einen speziellen Schutzraum, beispielsweise für Mädchen, die sexualisierte Gewalt erlebt haben oder für Mädchen, bei denen die Entwicklung einer positiven Identität dadurch erschwert ist, dass sie in einem ungewöhnlich starken, interkulturellen Spannungsfeld aufwachsen.

Im pädagogischen Rahmenkonzept spielt der systematische Ansatz mit seinem Focus auf Ressourcen- und Lösungsorientierung eine besondere Rolle. Auf Elternarbeit unter Berücksichtigung der heimspezifischen Bedingungen wird großen Wert gelegt.
Wichtig sind dabei der Erhalt und die Stärkung der elterlichen Kompetenz durch:

  • Bewältigung der Wohngruppen-Unterbringung ihres Kindes
  • verbindliche, gegenseitige Absprachen und Informationsaustausch auf der Erwachsenenebene
  • Reflexion von Heimfahrten, Beurlaubungen und Wochengeschehnissen
  • Reflexion von Konfliktsituationen, Beziehungsmustern und Erziehungsstilen
  • Psychoedukation
  • Vorbereitung der Rückführung

 

Mehrere Mitarbeiterinnen der Gruppe verfügen über eine traumapädagogische Zusatzausbildung.
Das Nachdenken über Verhaltensauffälligkeiten der Mädchen folgt dementsprechend der "Haltung des guten Grundes".
Die Mädchen können zusätzlich in ambulanten Therapieangeboten vernetzt werden.

Wohnbedingungen und Umfeld:

Die Wohngruppe hat eine Kapazität von 9 Plätzen und ist ganzjährig geöffnet.
Jedes Mädchen verfügt über ein eigenes Zimmer, welches nach den eigenen Bedürfnissen des Mädchens gestaltet werden kann.
Es gibt eine Gemeinschaftsküche, ein Wohnzimmer, einen Essraum, vier Bäder und zwei Dienstzimmer.

Die Mädchenwohngruppe befindet sich in unmittelbarer Nähe der Sankt Wendeler Fußgängerzone, so dass praktisch alle Einkäufe des täglichen Bedarfs zu Fuß erledigt werden können.
Darüber hinaus ist der Zugang zu vielen Sport-, Kultur- und Freizeitangeboten gewährleistet. Der offene Jugendtreff "Haus der Jugend" befindet sich ganz in der Nähe. Über Bus und Bahn sind außerdem die Städte Ottweiler, Neunkirchen und Saarbrücken mit weiteren Schulen und Angeboten gut erreichbar. 

Sonstige Leistungen

Ist eine Rückkehr in den elterlichen Haushalt nicht möglich, besteht für Mädchen ab 17 Jahren die Möglichkeit, innerhalb der Wohngruppe einen mehrstufigen "Verselbständigungsplan" zu durchlaufen. Dieser bereitet den Übergang in weniger intensiv begleitete Maßnahmenformen der Stiftung Hospital vor. Das sind das Jugendwohnhaus und das Betreute Wohnen.

Kontakt:

Mädchenwohngruppe Marienstraße
Alter: 12 - 18 Jahre
Tel.: (0 68 51) 83 05 39

Andreas Lenhard
E-Mail-Kontakt
Tel.: 0151-20324964