Zielgruppe:
Aufgenommen werden junge Menschen beiderlei Geschlechts, die aufgrund unterschiedlichster Problemlagen in Obhut genommen oder krisenbedingt auf Grundlage des KJHG untergebracht werden müssen.
Eine Aufnahme ist sehr kurzfristig möglich. Die Aufenthaltsdauer in der Diagnose- und Kriseninterventionsstelle ist auf 6 Wochen begrenzt.
Im Rahmen des Leistungsangebotes der „Aufsuchenden Familientherapie“ oder der Flexiblen Hilfen kann über die Kriseninterventionsstelle eine Auszeit für Kinder und Jugendliche ermöglicht werden, um die besonders in Krisenzeiten ausgeprägte Veränderungsbereitschaft besser nutzen zu können.
Anfragen:
Inobhutnahmeanfragen können direkt an die Kriseninterventionsstelle St. Wendel gerichtet werden, auch außerhalb der normalen Geschäftszeiten.
Im Falle der Nichterreichbarkeit werden Anfragen auch werktags ab 17.00 Uhr, an Feiertagen und am Wochenende vom hausinternen Rufbereitschaftsdienst unter der Telefonnummer: (06851) 8908 133 entgegengenommen und koordiniert.
Arbeitsschwerpunkte:
Zielsetzung des Inobhutnahme- oder Klärungsprozesses ist die Begleitung des jungen Menschen durch feste AnsprechpartnerInnen, um ihm Sicherheit und Vertrauen entgegen zu bringen. Über das BezugserzieherInnensystem wird ein klares kontinuierliches Beziehungsangebot gemacht.
Für die sechs jungen Menschen sind 6 pädagogische Fachkräften zuständig. Damit ist gewährleistet, dass auf die besonderen Lebenslagen individuell eingegangen werden kann.
Für die Familie des in Obhut genommenen Menschen kann im Rahmen eines Clearings ebenfalls eine Fachkraft als feste AnsprechpartnerIn zur Verfügung stehen.
Mit dem Inobhutnahme- bzw. Klärungsauftrag verbinden sich folgende Ziele:
Gewährung von Schutz, Sicherheit und Wohlergehen, ggfs. Erstellen eines individuellen Schutzkonzeptes
Differenzierte Diagnostik in Kooperation mit entsprechenden Fachstellen
Begleitung in Krisensituationen
Bearbeitung und Klärung der familiären Konflikte in der aktuellen Krisensituation
Entwicklung von Zukunftsperspektiven und gegebenenfalls Bereitstellung geeigneter Anschlusshilfen und Begleitung des Übergangs
Mobilisierung der Ressourcen der jungen Menschen
Erhalt der wichtigen sozialen Bezüge
Fortsetzung der Beschulung
Orientierung an einem Höchstmaß an Normalität
Hilfen bei der Klärung der Beziehungen des jungen Menschen zu seiner Familie bzw. zu relevanten Personen
Freizeitgestaltung anregen und/oder organisieren
Intensive Zusammenarbeit mit allen Beteiligten
In unserer Arbeit orientieren wir uns an einem systemisch-lösungsorientierten Ansatz. Schutz und Sicherheit des jungen Menschen, emotionale Stabilisierung und das Entwickeln einer Zukunftsperspektive gemeinsam mit der Familie sind handlungsleitende Ziele. Unsere ressourcenorientierte Arbeitweise basiert auf den Stärken des jungen Menschen, der Familie und des sozialen Umfeldes.
Die Diagnose- und Kriseninterventionsstelle arbeitet vernetzt mit den übrigen Angebotsformen der Stiftung und mit externen Kooperationspartnern wie z. B. der Kinder- und Jugendpsychiatrie zusammen.
Zur Perspektivklärung kann für die gesamte Familie ein ambulantes Clearing zusätzlich zur stationären Versorgung des jungen Menschen durchgeführt werden.
Räumliche Gegebenheiten:
Die Diagnose- und Kriseninterventionsstelle befindet sich in einem geräumigen Haus in der Marienstraße 23, unweit des Stadtzentrums von St. Wendel und in unmittelbarer Nähe zum „Mutterhaus“ der Stiftung Hospital und der Institutsambulanz der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Saarland Heilstätten GmbH (SHG).
Den jungen Menschen stehen auf zwei Etagen Einbettzimmer zur Verfügung. Küche, Ess- und Wohnzimmer sowie Sanitärräume werden gemeinschaftlich genutzt. Die Räumlichkeiten sind ansprechend eingerichtet und bieten genügend Rückzugsmöglichkeiten. Das Haus verfügt über ein Außengelände mit Garten.