WG Marienstraße

 
       
 
Allgemeine pädagogische Zielsetzungen
 

Die „Interkulturelle Wohngruppe“ orientiert die Hilfe an der individuellen Situation des jungen Menschen und versteht sich als Jugendhilfeeinrichtung, in der die Unterbringung je nach Hilfebedarf kurz-, mittel- oder längerfristig angelegt ist.
Die Erziehungsziele orientieren sich an den Interessen, Bedürfnissen und Entwicklungsbedarfen der Jugendlichen, aber auch an den Erfordernissen der Lebensrealität. Dabei werden die komplexen Zusammenhänge und Problematiken zwischen den Sozialisationsbedingungen in unserer Kultur (Schule, Arbeit und Freizeit) und deren Auswirkungen auf den Einzelnen mit dessen Sozialisationshintergrund berücksichtigt.
Übergeordnetes Ziel ist weitgehende Autonomie in der alltäglichen Lebensbewältigung, eine selbst bestimmte Lebensführung mit personaler, sozialer und gesellschaftlicher Verantwortung. Ein sicherer Ort und verlässliche Bindungsangebote an den jungen Menschen sind Voraussetzungen für diese Entwicklungsaufgaben.
Zielsetzung aller pädagogischer und sozialtherapeutischer Maßnahmen ist es, die Fähigkeiten und Stärken der jungen Menschen zum Tragen zu bringen, sie in gesellschaftliche Systeme zu integrieren, Störungen zu beseitigen und Fehlentwicklungen zu korrigieren, dabei die Ressourcen vorhandener Bezugssysteme zu nutzen, bzw. den jungen Menschen auf eine selbstbestimmte Lebensführung hin vorzubereiten.

Zielgruppe
 

Aufnahme finden zehn junge Menschen, die insbesondere zu dem Personenkreis der unbegleiteten minderjährigen Ausänder gehören oder einen Migrationshintergrund haben. Wir begleiten und betreuen männliche Jugendliche, welche der Schulpflicht oder Berufsschulpflicht unterliegen.

Ausschlusskriterien
 

Jugendliche mit folgenden Kriterien können in unserem Betreuungskontext nicht versorgt werden:

  • manifeste Drogen- oder Alkoholabhängigkeit
  • manifeste psychotische Zustände
  • akute und länger andauernde Suizidgefährdung
  • geistige Behinderung
  • schwere organische Behinderung, die eine behindertenspezifische Betreuung notwendig macht (z.B. Körperbehinderungen schweren Grades, Epilepsien etc.)
     
Standort und Wohnhaus
 

Die Räumlichkeiten für die Wohngruppe liegen in der Innenstadt in St. Wendel in der unmittelbaren Nähe zur zentralen Einrichtung des Trägers, zum Haus der Jugend und dem Familienberatungszentrum St. Wendel-Nord. Alle Schulformen sind von hier aus erreichbar. Über öffentliche Verkehrsmittel ist eine sehr gute Anbindung an die Landkreise Neunkirchen und Homburg und den Regionalverband Saarbrücken gewährleistet.
Das Haus entspricht einem normalen Wohnhaus mit zehn Einzelzimmern, Küche, Wohnzimmer und Freizeitraum, sowie der entsprechenden Sanitärausstattung und einem Außengelände.

Pädagogische Zielsetzung
 

Oberste Zielsetzung dieser Wohngruppe ist die Integration der jungen Menschen in ihren neuen soziokulturellen Kontext. Insbesondere werden die jungen Menschen unterstützt, ihren Platz in unserer westlichen Kultur zu finden und ihre persönliche Identität weiter zu entwickeln. Die sprachliche Förderung nimmt dabei eine Schlüsselfunktion ein. Die Verständigung wird im Wesentlichen in deutscher Sprache ablaufen und damit eine deutliche Anforderung an die jungen Menschen richten. Die Verständigung innerhalb der Peergruppe soll ebenso in deutscher Sprache geschehen. Nur in Ausnahmefälle soll ein Dolmetscher hinzugezogen werden (rechtliche Fragestellungen, massive Konflikte, wesentliche komplexe Sachverhalte).
Ein weiteres Ziel soll die Korrektur von Fehlentwicklungen und Störungen der jungen Menschen in ihrer physischen, psychischen, sozialen und schulisch-beruflichen Entwicklung sein, in Richtung einer schrittweisen Befähigung, ein eigenständiges Leben in unserem Land zu führen. Hierzu kann die Bearbeitung von biographischen Erfahrungen, auch im Zusammenhang mit der Flucht, gehören, soweit dies keinen medizinisch-therapeutischen Bedarf begründet.
Auf der Grundlage des Hilfeplans wird im Rahmen der individuellen Erziehungsplanung die sozialpädagogische Betreuung nach dem jeweiligen Entwicklungsstand und Erziehungsbedarf abgestimmt, schriftlich dokumentiert, der Zielerreichungsgrad regelmäßig überprüft.

Mit dem Auftrag verbinden sich folgende Ziele:

  • Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit
  • Unterstützung bei der schulischen und beruflichen Entwicklung
  • Entwicklung von Lebens- und Zukunftsperspektiven
  • Soziale und kulturelle Integration
  • Förderung der personalen und sozialen Kompetenz
  • Beteiligung des jungen Menschen an seiner Hilfeplanung
  • Mobilisierung der Ressourcen des jungen Menschen
  • Hilfen bei der Erarbeitung von Konfliktlösungsstrategien
  • Hilfen zur Klärung von interkulturellen Konflikten des jungen Menschen
  • Vermitteln von emotionaler Sicherheit über Bindungsangebote
  • Aktivierung bzgl. der Wahrnehmung angemessener Freizeitaktivitäten
  • Förderung des Aufbaus von Beziehungen zu Gleichaltrigen und der Integration in bestehende soziale Strukturen (Haus der Jugend, JUZ, Vereine u.a.)
  • Bereitstellung von klaren, transparenten Strukturen und Regularien
  • Hilfen bei einer schrittweise zunehmenden Eigenverantwortlichkeit der Lebensführung mit dem Ziel der Vermeidung negativer Entwicklungen, z.B. bezüglich Sucht, Gewalt, Delinquenz.
  • Eine Integration in einen anderen Betreuungskontext ist bei entsprechenden Voraussetzungen möglich (z.B. Regelwohngruppenangebot, Jugendwohngemeinschaft oder Betreutes Jugendwohnen)
  • Unterstützung bei ausländerrechtlichen Fragestellungen durch Kontaktaufnahme und Kooperation mit Ausländerbehörde, Jugendmigrationsdienst etc.
  • Zusammenarbeit mit Vormund, Jugendamt, ggf. Personensorgeberechtigten und relevanten Bezugspersonen bei der Hilfeplanung bzw. der Fortschreibung des Hilfeplans
     
Individuelle Sonderleistungen/Zusatzleistungen
 

Notwendige zusätzliche Maßnahmen werden im Hilfeplan vereinbart und können individuell bereitgestellt werden. Notwendige Zusatzleistungen werden über Fachleistungsstunden abgerechnet. Eine Zusatzleistung kann das Hinzuziehen eines Dolmetschers bei komplexeren und wesentlichen Sachverhalten sein oder auch eine traumaspezifische Beratung soweit keine kinder- und jugendpsychiatrisch begründete Indikation vorliegt.

Kontakt:

Wohngruppe Marienstraße

Tel.: (0 68 51) 8 06 08 94

Jutta Kämmler - zz. Vertretung Astrid Schmitt-Jochum 
E-Mail-Kontakt
Tel.: 0151-20324956